JA zur Individualbesteuerung: Zeit für ein faires Steuersystem
Am 8. März 2026 geht es um eine einfache Frage: Soll unser Steuersystem weiterhin am Zivilstand festhalten – oder endlich die einzelne Person ins Zentrum stellen?
Heute werden verheiratete Paare gemeinsam besteuert, Konkubinatspaare hingegen individuell. Das führt zu Ungleichbehandlungen: Rund 610’000 Ehepaare zahlen mehr Steuern als unverheiratete Paare mit gleichem Einkommen, andere erhalten einen Bonus. Diese sogenannte Heiratsstrafe ist seit 1984 vom Bundesgericht als verfassungswidrig beurteilt. Trotzdem besteht sie bis heute fort.
Problematisch ist die gemeinsame Besteuerung für Zweitverdienende – meist Frauen. Durch die gemeinsame Progression lohnt sich zusätzliche Erwerbsarbeit oft kaum. Das ist weder zeitgemäss noch gerecht und widerspricht dem heutigen Familien- und Rollenverständnis. Unser Steuersystem stammt aus einer Zeit, in der Frauen nach der Heirat oft nicht mehr arbeiteten. Diese Realität ist längst überholt – das Recht sollte es auch sein.
Mit der Individualbesteuerung wird jede erwachsene Person unabhängig vom Zivilstand besteuert. Jede und jeder reicht eine eigene Steuererklärung ein, Sondertarife und zivilstandsabhängige Abzüge fallen weg. Gleichzeitig werden Kinder- und Unterstützungsabzüge deutlich erhöht und fair auf beide Elternteile aufgeteilt. Das macht das System transparenter, einfacher und nachvollziehbarer.
Die befürchteten Mehraufwände für Kantone und Gemeinden sind zeitlich begrenzt auf die Umstellungszeit. Mittelfristig wird das System sogar einfacher.
Zwar rechnet der Bund anfänglich mit Mindereinnahmen von rund 600 Millionen Franken. Dem stehen jedoch erhebliche positive Effekte gegenüber: bessere Erwerbsanreize, mehr Gleichstellung und laut Bundesrat bis zu 44’000 zusätzliche Vollzeitstellen. In Zeiten von Fachkräftemangel ist das ein starkes Argument.
Die Individualbesteuerung schafft Fairness, stärkt die Eigenverantwortung und bringt unser Steuersystem ins 21. Jahrhundert. Deshalb lohnt sich am 8. März ein klares Ja.